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Säugetiere
Die Ostsee-Kegelrobbe (halichoerus grypus balticus)
Die Kegelrobbe (halichoerus grypus) ist neben der Ringelrobbe (Phoca hispida) und dem Seehund (Phoca vitulina) die am häufigsten auftretende Robbenart der Ostsee. Sie lässt sich vor allem an ihrer kegelförmigen Kopfform und ihrer Größe erkennen. Weibchen werden mit einer Länge von bis zu 1,80m und einem Gewicht von ca. 150kg nicht so groß wie Männchen, die eine Länge von bis zu 2,50m und einem Gewicht von 300kg erreichen können. Somit gilt die Kegelrobbe als größtes Raubtier Deutschlands. Die Färbung der Tiere variiert ebenfalls zwischen Männchen und Weibchen. Während Weibchen ein hellegraues Fell mit dunklen, oft größeren Flecken besitzen, sind Männchen deutlich dunkler gefärbt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in freier Wildbahn bei 20 Jahren. Als bevorzugte Nahrung dienen der Kegelrobbe große Fische wie der Hering, die Sprotte und die Große Maräne. Davon benötigt sie zwischen 4 und 8 kg pro Tag.
Kegelrobben leben während der Paarungszeit in Kolonien von einem Männchen und bis zu 10 Weibchen zusammen. Je nach Eisvorkommen werden Jungtiere zwischen Februar und März auf Eisflächen, oder alternativ an Land geboren. Nach der Entwöhnung der Jungtiere (mit einem Alter von ca. 4 Wochen) und langen Wanderungen zu Ruheplätzen kommen die Tiere in den meisten Fällen während der Paarungszeit an ihre Geburtsstätten zurück.
Anfangs des 20. Jh. wurde die Kegelrobbe in der Ostsee intensiv aufgrund der Angst von Fischern vor schwindenden Fischbeständen bejagt, und somit fast komplett ausgerottet. Der Bestand schrumpfte während dieser Zeit von über 100 000 auf weniger als 4 000 Tiere. Vor allem in der südlichen Ostsee war sie vollständig verschwunden. Zusätzlich wurde Mitte des 20. Jh. die Art durch die zunehmende Verschmutzung der Ostsee stark in ihrer Reproduktion beeinträchtigt.
Durch umfassende Schutzmaßnahmen wie Jagdverbote und die Errichtung von Schutzzonen um die Ruhe- und Wurfplätze konnte sich der Bestand wieder gut erholen. Inzwischen sind wieder über 22 000 Kegelrobben in der Ostsee beheimatet. Die Kegelrobbe ist in allen Ostseeanrainerstaaten per Gesetz geschützt.
Die Kegelrobbe ist hauptsächlich in Gewässern um Schweden und Finnland anzutreffen, da sie dort aufgrund der Eisflächen im Winter für die Fortpflanzung sehr gute Voraussetzungen vorfindet. Allerdings breitet sie sich aber auch seit einigen Jahren in deutsche Gewässer aus und wird seit 2004 immer öfter und auch dauerhaft im Greifswalder Bodden gesichtet. Dieses Gebiet, und zusätzlich einzelne Gebiete rund um Rügen, wurden bis jetzt nur als Ruheplatz genutzt und dort leider noch keine Jungtiere geboren. Dies würde als Zeichen einer dauerhaften Ansiedlung einer Robbenkolonie gelten. Die Chancen stehen aber sehr gut, dass aufgrund der guten Lebensbedingungen in den nächsten Jahren im Greifswalder Bodden und um Rügen die ersten Jungtiere geboren werden und so die Ostsee-Kegelrobbe wieder in deutschen Gewässern beheimatet ist.
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