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Naturschutz - Gebiete
Greifswalder Bodden und Strelasund
Greifswalder Bodden und Strelasund besitzen eine herausragende Funktion als Rast- und Mauserplatz für den internationalen Vogelzug. Trichterartig treffen hier Vögel aus Skandinavien und Osteuropa zusammen. Die vielseitige naturräumliche Ausstattung, in der sich Ästuare, ausgedehnte Flachwasserbereiche und Tiefwasserbereiche abwechseln, sowie zahlreiche Buchten bietet vielen Arten und Individuen so lange Zeit Nahrung, wie kein anderes Vogelrastgebiet an der Ostsee. Von einzelnen Wasservögeln (z.B. ....) überwintern bis zu 15 % der Nordwest-Europäischen Population im Bereich Greifswalder Bodden/Strelasund.
Daher ist dieses Gebiet sowohl Europäisches Vogelschutzgebiet als auch Feuchgebiet nationaler Bedeutung.
Strelasund
Vogelhaken Glewitz, Puddeminer und Glewitzer Wiek
Mit seinen Hakenbildungen, Salzwiesenkomplexen und Magerrasen ist der Vogelhaken Glewitz ein wichtiges Brutgebiet für Watvögel, insbesondere Rotschenkel, Austernfischer und Sandregenpfeifer. In den Flachwasserbereichen rasten Enten, Gänse und Kraniche.
Um die Bedeutung als Vogellebensraum zu erhalten, ist das Naturschutzgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Das betonnte Fahrwasser um den Vogelhaken Glewitz herum gewährt Zufahrt nach Puddemin. Von dem Fahrwasser aus können Sie bei langsamer Fahrt die Brutgebiete auf dem Haken gut einsehen. Bitte befahren Sie nicht den Gewässerbereich zwischen Fahrwasser und Haken. Wird das Fahrwasser verlassen, können die Vögel auf dem gesamten Haken verscheucht und die Brut gefährdet werden. Schiffe, die das Fahrwasser nicht verlassen, können den Vogelhaken hingegen ohne Beunruhigung der Tiere passieren, da sich die Tiere an den Bootsverkehr im Fahrwasser gewöhnt haben.
Puddeminer und Glewitzer Wiek sind bedeutende Tagesrastgewässer für Reiher- und Tafelenten sowie Schlafgewässer für Grau-, Saat-, und Blässgans in Verbindung mit dem Kranich-Schlafplatz am Vogelhaken Glewitz. Ab August nimmt die Zahl der hier rastenden Vögel ständig zu. Der Aufenthalt von Sportbooten in dieser Zeit außerhalb der Fahrrinne führt zu Störungen der Rast.
Von etwa April bis Juni brüten besonders Enten (Stockente, Schnatterente und Tafelente) im Röhrichtgürtel am Gewässerrand. Daher sollten Sie hier besonders auf den Abstand von mindestens 50 m zum Schilfgürtel achten.
Halbinsel Devin und Deviner See
Das als „Juwel von Stralsund“ bezeichnete Naturschutzgebiet Halbinsel Devin beherbergt eine sehr artenreiche Pflanzenwelt, sehr viele Insektenarten und andere wirbellose Tiere sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume: man findet bunte, blütenreiche Magerrasen mit Orchideenvorkommen, ein Kesselmoor, kleine Salzgraslandflächen, Strände mit Spülsaumvegetation und Kleingewässer, an den Abbruchkanten brüten Uferschwalben. Nehrungshaken und die Flachwassergebiete sind ein bedeutendes Rastgebiet für Vögel im Mittleren Strelasund.
Sie können das Naturschutzgebiet durchwandern, aber bitte verlassen Sie nicht die ausgeschilderten Wege. Magerrasen- und Strandpflanzengesellschaften sind sehr empfindlich und können durch das Begehen zerstört werden. Insbesondere den gekennzeichneten Strandabschnitt im Bereich des Deviners Hakens, das Kliff und die Steilhänge dürfen nicht betreten werden.
Um diesen Strandlebensraum zu erhalten ist laut Landesverordnung zum Naturschutzgebiet das Anlegen an der Halbinsel mit Booten jeder Art verboten.
Der Deviner See ist Rast- und Mausergebiet für Enten- und Gänsearten der Küste. Daneben ist die Bucht Laichschongebiet und hat hier Bedeutung besonders für die einheimischen Fischarten.
Über einen kleinen Feldweg erreichen Sie von der Marina Neuhof aus eine kleine Anhöhe. Von dort können Sie den See und seine Bewohner beobachten ohne die Vögel zu beunruhigen. Ebenfalls von der Marina Neuhof aus erreichen Sie zu Fuß die Kormorankolonie Niederhof. Dieser von Kleingewässern (z.B. Söllen und Waldsümpfen) geprägte ehemalige Gutspark besitzt einen reizvollen urwaldähnlichen Charaker. Neben dem namengebenden Kormoran können sie dort auch eine große Kolonie Graureiher beobachten.
Gustower Wiek und Wamper Wiek
Die Gustower Wiek ist als Nahrungsgewässer für die hier brütenden Seevogelkolonien (Lachmöwe, Flußseeschwalbe, Reiherente) in den Frühsommermonaten bedeutungsvoll und bedarf dann unbedingter Störungsfreiheit. Ab Spätsommer finden sich große Schwärme rastender Schwäne, Stock- und Reiherenten ein. Besonders hervorzuheben ist die Schwanenrast ab Juli/ August. Neben dem bekannten Höckerschwan findet sich dann auch der Singschwan, der den Sommer in Skandinavien verbracht hat, in diesem Gebiet ein.
Wenn Sie mit dem Boot ausreichenden Abstand halten um die Vögel nicht zu verscheuchen, können Sie mit etwas Glück die an ihrem hellgelben Schnabel und dem im Vergleich zum Höckerschwan fehlenden schwarzen Höcker zu erkennenden Singschwäne mit ihrem Fernglas ausmachen. Oder Sie hören den typischen Ruf dieses Vogels, der durch die Vielzahl der Rufe einer Gruppe von Singschwänen beim Beobachter die Empfindung eines eindrucksvollen Gesanges auslöst. Daher der Name Singschwan.
Greifswalder Bodden
Greifswalder Oie
Die am weitesten in der Ostsee gelegene deutsche Insel ist ein Kristallisationspunkt des Vogelzugs in Vorpommern. Zahlreiche Singvogelarten nutzen die Insel als wichtigen und ungestörten Ort für die Zwischenrast auf dem anstrengenden Zug. Die Vögel übernachten in den Gebüschen der Insel und nutzen die herbstlichen Früchte sowie die reichen Insektenvorkommen als Nahrung.
Für Wasservögel sind die der Insel vorgelagerten Steinriffe besonders bedeutsam. Dort finden gründelnde und tauchende Enten ein reichhaltiges Angebot an Muschel, Krebsen und anderen wirbellosen Tieren, die den dichten Algenaufwuchs der Steine besiedeln.
Ein Kleinod der Insel Greifswalder Oie ist ihre seit Jahrzehnten weitgehend ungestörte Pflanzenwelt. Die sehr artenreiche Strandvegetation mit Spülsaum- und Salzwiesenpflanzen sowie auf den Findlingen siedelnden Flechtengesellschaften ist einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat sich auf der Insel nur halten können, weil die Strände nicht vom Menschen betreten werden.
Bitte halten Sie sich an die Nutzungsverordnung des Nothafens, der von dem „Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V.“ betreut wird. Wegen der großen Störungsempfindlichkeit von weiten Bereichen der Insel ist ein Betreten nur auf den gekennzeichneten Wegen möglich. Generell dürfen auf die Insel keine Haustiere mitgenommen werden (Störungen der Brut- und Rastvögel durch Hunde, Einschleppen von Krankheiten auf die Insel).
Fahrten auf die Insel/Besichtigungen sind nach Absprache (Tel. 038308-8389, Boddenreederei Gutowski) möglich.
Peenemünder Haken, Struck und Ruden
Dieses Gebiet ist nach wie vor eines der wichtigsten Vogelrastgebiete Vorpommerns. Auch als Mauser- und Brutgebiet hat der Komplex aus Flachwassergebieten, Windwatten und Inseln eine große Bedeutung. Strandwälle, Röhrichte und Salzgrünländ bieten seltenen Tieren und Pflanzen ideale Lebensbedingungen. So liegt hier einer der letzten Brutplätze von seltenen Rohrsängern und Strandläufern. Auch Kranich und Seeadler zählen zu den Brutvögeln. Während der Rastzeiten dient das Gebiet mehreren Tausend Gänsen, Enten und Watvögeln als bevorzugter Rastplatz.
Auf der Fahrt in den Peenestrom durchqueren Sie dieses Gebiet. Bitte halten Sie sich unbedingt an das betonnte Fahrwasser. Bitte beachten Sie auch das Wegegebot im Naturschutzgebiet und betreten Sie bitte nicht die Wattflächen, da dies unweigerlich zu erheblichen Störungen der Watvögel führt und einen großen Teil des Naturschutzgebietes als Rastgebiet gefährdet.
In der neuen Naturschutzverordnung für die Insel Ruden werden die Belange der Segler stärker als bisher berücksichtigt. Danach ist an der Westküste des Ruden das Anlandgehen und Baden in dem Abschnitt zwischen den beiden Lücken im Ufer-Steinwall (gegenüber des Hafens) erlaubt. Die Sportschiffahrt wird gebeten, vor der Westküste des Ruden nur in einem Abschnitt zu ankern, der im Norden durch die Linie vom Richtfeuer „Ruden Nord“ in westliche Richtung und im Süden durch eine dazu parallele Linie Richtung Westen auf Höhe des Inselturmes gebildet wird. Bitte halten Sie guten Abstand von dem südlichen Buhnenausläufer des Ruden.
Großer Wotig
Am Nordausgang des Peenestroms befindet sich die Insel Großer Wotig, ein niedrig gelegenes Eiland mit zahlreichen wassergefüllten Röten und durchzogen von Prielen. Das ist der ideale Lebensraum für den Alpenstrandläufer, der hier einen seiner wenigen Brutplätze in Mitteleuropa hat. Außerdem kommen Großer Brachvogel, Austernfischer, Säbelschnäbler und einige weitere Watvogelarten vor. Eine besondere Seltenheit unter den Brutvögeln der Insel ist auch der Seggenrohrsänger, eine nicht nur in Deutschland sondern sogar weltweit bedrohte Art.
Da jeder Besucher in diesem lediglich von Salzgrasland bewachsenen Vogelbrut- und -rastgebiet für die Vögel von weither sichtbar ist und zur weiträumig wirksamen „Vogelscheuche“ wird, ist das Gebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Bitte verlassen Sie - insbesondere auf Ihren Fahrten zur und von der nahe gelegenen Marina in Kröslin die betonnte Fahrrinne nicht und landen Sie generell an der Insel nicht an. Beachten Sie bei der Fahrt die geltende Höchstgeschwindigkeit, da starker Wellenschlag das empfindliche Torfkliff beschädigt.
Von der Marina Kröslin aus können Sie mit einem Fernglas das vielfältige Vogelleben auf der Insel beobachten
Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff
Das ganze Jahr über werden die steinigen Flachwassergründe mit den darin liegenden Inseln von Wasser- und Watvögeln bevölkert. Oft sind mehrere Tausend Vögel gleichzeitig im Gebiet anwesend. Brut, Aufzucht, Nahrungssuche, Mauser, Rast und Zuggeschehen prägen den Jahreslauf des Vogellebens in dem durch die enge Verzahnung von Wasser und Land geprägten Schutzgebiet.
Die Flachwasserbereiche sind ein wichtiger (und von Störungen noch weitgehend freier) Lebensraum für Enten und Gänse. Für verschiedene Watvogelarten und die sehr seltene Zwergseeschwalbe sind das Salzgrasland und die vegetationsarmen Sand- und Kiesflächen geeignete Brutplätze.
Das Gebiet darf nicht betreten werden, weil Vogelbrut und -rast nur bei absoluter Ruhe möglich sind. Eine Ausnahme bildet der Außenstrand am Spülfeld Wampen. Dieser Badestrand ist wegen seines flachen Wassers besonders attraktiv für Familien mit Kleinkindern, und Sie können von hier durchaus auch einen Blick auf die Vogelwelt des Gebietes erhaschen (Fernglas!). Nächster Hafen ist Ladebow / Wieck. Bitte befahren Sie nicht die ganzjährig für Mauser, Rast und Nahrungssuche der Vögel sehr wichtigen Wasserflächen des Gebietes.
Mönchgut
Die Halbinsel Mönchgut liegt im Südosten Rügens und ist Teil des gleichnamigen Biosphärenreservates. Einzigartig in Deutschland und von unverwechselbarem Reiz ist die alte Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen Verzahnung von Land und Meer, vielfältiger Naturausstattung und einer harmonischen Verteilung von Natur und Kultur. Mönchgut hat Anteil an verschiedenen Schutzzonen des Biosphärenreservates. Es gibt sowohl eine Kernzone wie auch Pflegezonen und Entwicklungszonen. Große Gebietsteile besitzen den rechtlichen Status Naturschutzgebiet, wie z.B. auch die Wasserflächen der Having, der Kaming und des Zicker Sees. Diese ruhigen Buchten sind bedeutende Rast- und Nahrungsgebiete für zahlreiche Vogelarten und dienen als Kinderstube zahlreicher Fische, insbesondere des Rügenherings. Üppig entwickelte Unterwasservegetation und reiche Vorkommen wirbelloser Tiere sind wichtiger Teil der Lebensgemeinschaften.
Im Biosphärenreservat Südostrügen ist laut der vom Bundesverkehrsminister erlassenen Befahrensregelung in bestimmten Bereichen zum Ufer ein Abstand von 100 bis 200 Metern einzuhalten, um die am Gewässerrand brütenden und rastenden Vögel nicht zu gefährden und die Röhrichte zu schonen. Daneben dürfen gemäß Befahrensregelung die Having, die Kaming und der Zickersee nur im betonnten Fahrwasser mit Motorkraft befahren werden (genaue Abgrenzung siehe Karte).
Geeigneter Ausgangspunkt für einen Ausflug in dieses Gebiet ist der Hafen Gager. Wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Naturschutzgebiet Zicker, eine alte Kulturlandschaft mit sanft geschwungenen Hügeln. Nirgendwo sonst auf Rügen zeigt sich die Verschmelzung von Land- und Wasserflächen so eindrucksvoll wie von den zahlreichen Anhöhen auf Zicker.
Das Naturschutzgebiet Goor-Muglitz, ein Buchenwald naturnaher Ausprägung, befindet sich wenige Gehminuten von der Marina Lauterbach.
Insel Vilm
Ruhe ist seit Jahrhunderten das Markenzeichen der Insel Vilm. Mächtige flechtenbewachsene Baumstämme am Strand, herabgestürzt von schroffen Steilufern und eine Hochfläche mit urwüchsigen Wäldern prägen die Insel. Salzpflanzen bewachsen Sandhaken und Strände, und an der Wasserlinie sammeln sich Tangwälle - ein Lebensraum für Unmengen von Wirbellosen und ein gedeckter Tisch für Schwärme von Watvögeln.
Für die Insel gilt ein Betretungsverbot, das zum Schutz der Natur auch unbedingt eingehalten werden muss. Der Mensch soll allerdings nicht ausgesperrt werden: Die Internationale Naturschutz Akademie hat ihren Sitz auf der Insel und auch Sie können an Führungen über die Insel teilnehmen (Anmeldung unter 038301-61896). Ein Gewässerstreifen von 100 bis 200 Metern Breite um die Insel ist für das Befahren mit allen Wasserfahrzeugen gesperrt (genaue Abgrenzung siehe Karte). Bitte halten Sie sich daran - die in den Tangwällen am Ufer nach Nahrung suchenden Watvögel und die in den steinigen Flachwasserbereichen nach Nahrung tauchenden Enten werden es Ihnen danken.
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